Huovinen, Schläpfer - Die Pflanzenwelt der Region Basel

Christine Huovinen-Hufschmid, Martin Schl”pfer
Die Pflanzenwelt der Region Basel - 19 Exkursionen

1. Auf. 1998, 2. Aufl. 2005
472 Seiten, mehr als 200 Farbabbildungen
Klappenbroschur
Christoph Merian Verlag
ISBN 3-85616-239-9
CHF 58.-, EUR 38.-

Rezension

Die Umgebung Basels hat den Ruf einer in ihrer Flora vielfältigen, abwechslungsreichen Region. Der Kontrast weiter Tallandschaften mit den verwinkelten Mittelgebirgen von Jura, Schwarzwald und Vogesen bietet immer wieder neue Aspekte. Exkursionen sind deshalb allen Naturinteressierten eine echte Bereicherung. Während Jahr für Jahr neue Wanderbücher erscheinen, war bis vor kurzem kein botanischer Exkursionsführer für den Basler Raum greifbar. Die «Einführung in die Vegetationskunde der Umgebung Basels» von Moor (1962) ist längst vergriffen. Inzwischen hat sich in unserer Landschaft neben grundlegend stabil Gebliebenem so manches gravierend verändert, dass ein von Grund auf neues Konzept angesagt ist.
Hier springt nun ein Werk in die Bresche, das mit grosser Sorgfalt vorbereitet wurde, dessen Patronat die Basler Botanische Gesellschaft übernommen hat und das vergangenen Herbst erschienen ist: «Die Pflanzenwelt der Region Basel - 19 Exkursionen» möchte die Freude an der Schönheit der Natur mit konkretem und detailliertem Fachwissen untermauern helfen und die Leserschaft an sorgfältig ausgewählte Orte hinführen, an denen sich systematisch Unterschiede der Standortsbedingungen und damit auch Unterschiede des Pflanzenbewuchses zeigen lassen. Bei all dem wirkt die durch Farbbilder und Kurztexte aufgelockerte Information nie überladen oder durch Fachjargon verstellt, sondern leicht fasslich und anregend für weitere Beobachtungen und Vergleiche, für weitere Exkursionen in Gebiete, die den beschriebenen ähnlich sind.
Jedes der 19 Exkursions-Kapitel ist übersichtlich aufgebaut: Es beginnt mit einem thematischen Überblick und einer Wegbeschreibung mit Kartenausschnitt. Dann wird für jede einzelne besprochene Vegetationseinheit (z. B. Pflanzengesellschaft) eine ortsbezogene Beschreibung beigegeben, die wichtigeren Standortsfaktoren, die Entstehungsgeschichte und die charakteristischen Pflanzen werden genannt, und saubere Zeichnungen unterstützen den Text. In einem separaten Anhang sind die Pflanzenlisten zu den einzelnen Exkursionen zu finden.
Die Exkursionsziele berühren alle regional wichtigen Landschaftstypen: Sie beginnen mitten in der Stadt Basel, gehen in die Flussebenen des Rheins und der Birs, es folgen Waldkomplexe des Rheintals und des Juras, daran gliedern sich Beispiele des Acker-, Weide- und Reblands aus der Hügel- und Montanzone. In einem weiteren Kreise werden entferntere Ziele ins Visier genommen: Sie reichen vom höheren Baselbieter und Solothurner Jura über die elsässische Trockenzone südlich Colmar bis in den Schwarzwald.
Eine grosse Auswahl exquisiter Farbfotos bester Druckqualität und angenehmer Grösse machen das Werk zu einem Juwel, das man in besinnlichen Mussestunden zu Hause mit Andacht betrachtet und geniesst. Und dabei fast vergisst, dass es uns doch in die konkrete Fülle der Natur hinausweisen will, wo wir mit den eigenen Sinnen und dem eigenen Verstand unsere Wahrnehmungsfähigkeit unter Probe stellen können.
Nicht von ungefähr steht über dem Buch deshalb das Motto: «Nur was man kennt, kann man schützen.» Deshalb sei es allen Naturliebhabern, nicht zuletzt denjenigen, die meinen, alles schon zu kennen, vor allem aber auch denjenigen, die Kenner werden wollen, anempfohlen.
Thomas Brodtbeck, Bauhinia 1999, Bd. 13, S. 87-88;